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Moskau leugnet Rolle im Mordfall in Qatar Die Behauptung, die Moskau sofort als „so grotesk“ bezeichnete, „dass sie nicht zu kommentieren wäre“, verlautete nach dem Beginn des Prozesses gegen zwei Russen wegen der Ermordung von Selimchan Yanderbiyev, eines früheren Präsidenten Tschetscheniens. Russische Geheimdienste gaben vor, Yanderbiyev wäre ein Mitglied von Al-Qaida gewesen, der bei der Finanzierung der Besetzung des Nord-Ost-Theaters in Moskau im Oktober 2002 geholfen hätte. Yanderbiyev wurde getötet, als eine ferngesteuerte Vorrichtung seinen Jeep in Doha vor zwei Monaten zerriss. Die Tötung erfolgte eine Woche nach einem Selbstmordanschlag in der Moskauer Metro, bei der 41 Menschen starben. Die Beschuldigung erschien in einer qatarischen Zeitung, "Al-Rayah“: sie berichtete, die Anklagedokumente nannten Ivanov, einen früheren KGB-Offizier und Hardliner, er sei dem Hinweis von Präsident Wladimir Putin gefolgt, der die Ermordung anordnete. Es wurde außerdem berichtet, Yanderbiyevs Jeep wurde von einem russischen Satelliten ausfindig gemacht. Russische Analytiker sagten, die Vorwürfe seien absurd, da die Hauptgeheimdienste des Staates nicht unter Ivanovs direktem Kommando stehen und ihre Satelliten nicht zu solch einer Überwachung fähig sein würden. Der FSB und der SVR, Russlands Entsprechung des M15 und M16, haben wiederholt jegliche Rolle bei der Explosion geleugnet. Dimitri Afanasyev, der russische Verteidiger der beiden Männer, sagte in der einleitenden Anhörung am Sonntag, sie haben auf nicht-schuldig plädiert. Sie sehen der Todesstrafe ins Auge, wenn sie verurteilt werden. Die qatarischen Medien veröffentlichten gestern auch die Namen der beiden Russen. Russlands Außenministerium sagte, diese Männer waren zum Zeitpunkt ihrer Festnahme als Beamten tätig im Sicherheitsdienst in der Botschaft in Qatar, um Informationen im Kampf gegen den internationalen Terrorismus zu sammeln. Ein anderer Russe, der zum selben Zeitpunkt festgenommen wurde, hatte einen diplomatischen Pass und wurde freigelassen, nachdem ein früherer russischer Vertreter nach Doha zu Verhandlungen flog. Westliche Medien hingegen berichteten, die zwei Männer hätten ein Geständnis zu dem Verbrechen abgelegt und sagten aus, dass sie die Vorrichtung am Jeep von Saudi-Arabien aus durch diplomatische Kanäle schmuggelten.
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© G. Braun, Interkulturelles Forum e.V., 2002