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40 Tote bei Rebellenüberfall
Angriff auf Wahllokale in Grosny /
Putin besucht Tschetschenien
Frankfurter Rundschau
24.08.2004
Trotz eines schweren Rebellenüberfalls in Grosny mit
mehr als 40 Toten hat der russische Präsident Wladimir Putin am Sonntag
den Krisenherd Tschetschenien besucht.
Moskau - 22. August - dpa/ap.
Mutmaßliche tschetschenische Rebellen haben am Samstagabend in der
tschetschenischen Hauptstadt Grosny Wahllokale und ein Polizeirevier
angegriffen. Die Feuergefechte mit russischen Einheiten - eine Woche vor
der tschetschenischen Präsidentenwahl - dauerten laut Polizei zwei
Stunden.
Bis Sonntagabend wurden 28 getötete Rebellen gefunden. Generalmajor Ilja
Schabalkin sagte, wahrscheinlich seien bis zu 50 Angreifer getötet
worden. Auf russischer Seite seien sechs Polizisten und vier Soldaten der
Sondertruppen des Innenministeriums getötet und zwölf verletzt worden.
Tote und Verletzte habe es auch unter der Zivilbevölkerung gegeben.
Präsident Putin flog am Sonntagmorgen von seinem Ferienort Sotschi am
Schwarzen Meer nach Zentoroj, etwa 50 Kilometer südöstlich von Grosny.
Putin legte einen Kranz am Grab des getöteten Republikchefs Achmat
Kadyrow in dessen Heimatort Zentoroj nieder. Er würdigte den am 9. Mai
ermordeten Kadyrow als "begabten, tapferen und anständigen
Mann". Kadyrow war im Oktober 2003 mit massiver Hilfe des Kremls zum
Präsidenten Tschetscheniens gewählt worden. Der Kreml-Favorit der
jetzigen Wahl, der bisherige tschetschenische Innenminister Alu Alchanow,
sagte, er wolle das Werk Kadyrows fortsetzen. Putin sagte Alchanow zu, die
künftige tschetschenische Führung dürfe Einkünfte aus dem Ölexport
frei zum Wiederaufbau verwenden.
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