Nachrichten aus Tschetschenien

 

Erste Klagen wegen Menschenrechtsverletzungen in Tschetschenien 
Yahoo-Nachrichten Deutschland, Dienstag 12. Oktober 2004

Moskau (AP) Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte befasst sich am Donnerstag erstmals mit Klagen wegen Menschenrechtsverletzungen in Tschetschenien. Die drei Prozesse sollten die Aufmerksamkeit der internationale Gemeinschaft auf den Konflikt in der Kaukasusregion lenken, erklärte Kirill Korotejew, ein Anwalt der Kläger, am Dienstag in Moskau. Die Richter in Straßburg werden sich mit Klagen wegen der Folterung und Tötung von Zivilpersonen durch russische Soldaten in den Jahren 1999 und 2000 befassen.

Die Angehörigen der Opfer streben ihren Anwälten zufolge zwischen 10.000 und knapp 30.000 Euro Schmerzensgeld sowie Schadensersatz in unbekannter Höhe an. Im Mittelpunkt der Prozesse stehe jedoch das Bemühen, die Welt auf die Menschenrechtsverletzungen in der Region aufmerksam zu machen. Den Angehörigen gehe es in erster Linie um Gerechtigkeit, betonte Korotejew.

Nachdem sie ihre Klagen in Straßburg eingereicht hätten, seien die Betroffenen bedroht worden und stünden unter massivem Druck, erklärten die Anwälte weiter. Ein Kläger sei getötet worden, zwei weitere Menschen seien spurlos verschwunden.
In Tschetschenien kämpfen Rebellen seit Jahren für die Unabhängigkeit von Russland. Nach zwei blutigen Kriegen beherrschet die russische Armee zwar weite Teile des Landes, dennoch kommt es immer wieder zu Übergriffen und Angriffen auf die Streitkräfte und die von ihnen unterstützte Verwaltung.



 

 

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