Nachrichten aus Tschetschenien
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Gerichtshof verurteilt Russland für Verbrechen in Tschetschenien Donnerstag 24 Februar, 2005 18:46 CET Straßburg (Reuters) - Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat Russland beschuldigt, in Tschetschenien Zivilisten gefoltert und ermordet zu haben. Das Gericht entschied am Donnerstag über die Klage von sechs Tschetschenen, die Russland für den Tod ihrer Verwandten während der Militärangriffe auf Tschetschenien 1999 und 2000 verantwortlich machen. Das Gericht verurteilte die Regierung in Moskau, eine Entschädigung von 135.710 Euro an die sechs Kläger zu zahlen. Russland kann innerhalb der nächsten drei Monate Einspruch gegen das Urteil einlegen und eine endgültige Entscheidung der Großen Kammer des Gerichtshofs beantragen. Die Richter in Straßburg, darunter auch ein Russe, entschieden einstimmig, Russland für Verstöße gegen das in der Europäischen Charta für Menschenrechte verankerte Recht auf Leben zu verurteilen. In zwei Fällen habe Russland gegen das Verbot von Folter und menschenunwürdiger Behandlung verstoßen. Zwei der Tschetschenen hatten angegeben, von russischen Soldaten gefoltert worden zu sein. Ihre Familienmitglieder seien bei den gewaltsamen Auseinandersetzungen in der tschetschenischen Hauptstadt Grosny getötet worden. Die übrigen Kläger beschuldigten russische Soldaten zudem, auf Zivilisten geschossen zu haben. Schätzungen zufolge sind seit Beginn der russischen Offensive gegen tschetschenische Separatisten 1994 hunderttausende Zivilisten getötet worden, zusätzlich kamen etwa 20.000 Soldaten ums Leben. Die Klagen der sechs Tschetschenen sind die ersten von rund 120 Fällen, die dem Straßburger Gericht vorliegen. |
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