Nachrichten aus Tschetschenien
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Gesellschaft für bedrohte Völker initiiert Forum der tschetschenischen
Zivilbevölkerung Pressemitteilung aus etnotrade 8/2004 Auf Initiative der deutschen und schweizerischen Sektion der Gesellschaft ür bedrohte Völker (GfbV) ist in Nasran in Inguschetien das Forum der tschetschenischen Zivilgesellschaft gegründet worden. Mehr als 30 Vertreterinnen und Vertreter von tschetschenischen Menschenrechts-, Flüchtlings,- und Hilfsorganisationen sowie aus Wissenschaft und Medien haben sich am 9.Juni 2004 zu dem Netzwerk (CCSF) zusammengeschlossen. Finanziert werden soll die Arbeit des Forums über Spendengelder bzw. Förderung durch Stiftungen. "Das Forum will eine friedliche Entwicklung der tschetschenischen Gesellschaft auf der Basis von Menschenrechten, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit fördern," berichtete die GfbV-Europareverentin Sarah Reinke in Göttingen, wo die GfbV ihren Hauptsitz hat. "Die Politik des russischen Präsidenten Wladimir Putin, der die tschetschenische Gesellschaft zersplittern will, zeigt bereits Wirkung. Wir wollen dieser zerstörerischen Tendenz entgegenwirken,", so Sarah Reinke. Im CCSF seien Opferverbände, Bürgerinitiativen, lokale Organisationen tschetschenischer Witwen, von Flüchtlingen und Vertriebenen, Vereine zur Unterstützung von Minen- und Folteropfern, Invaliden und Kriegswaisen zusammengeführt und vernetzt worden. Das Forum will Menschenrechtsverletzungen dokumentieren, Zeugenaussagen sammeln sowie humanitäre Projekte initiieren und betreuen. Mit einer "Strategie der kleinen Schritte" soll in der tschetschenischen Gesellschaft ein Einigungsprozess in Gang gesetzt werden, der gleichzeitig die Basis legen soll, um der tschetschenischen Stimme auf internationaler Ebene Gehör zu verschaffen. Das Forum soll helfen, die Arbeit unter den Organisationen zu vernetzen und ihnen einen Kanal in den Westen, beispielsweise zu Medien und Politikern öffnen. Das Forum wurde im inguschetischen Exil gegründet, weil dies in Tschetschenien aufgrund der Verfolgung durch russische Sicherheitstruppen nicht möglich ist. In Inguschetien leben bis zu 50.000 tschetschenische Vertriebene. Nach der zum Teil erzwungenen Auflösung von Flüchtlingslagern mussten sie Zuflucht in etwa 400 ehemaligen Kolchosen, so genannten Kollektivzentren, suchen. Dort leben sie meist unter menschenunwürdigen Bedingungen. "Wichtigste Aufgabe des Forums ist die Koordination der Organisationen vor Ort in Inguschetien und Tschetschenien", beschreibt Sarah Reinke die Arbeit des Forums. "Die vor Ort leisten die Arbeit, wir helfen zu koordinieren und sie mit relevanten Organisationen zu verknüpfen. Eine weitere wichtige Aufgabe ist es, hier im Westen für Öffentlichkeit zu sorgen, weil die Arbeitsbedingungen vor Ort immer schwieriger werden." Pressemitteilung aus etnotrade 8/2004
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© G. Braun, Interkulturelles Forum e.V., 2002