Nachrichten aus Tschetschenien
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Mehr als 300 Tschetschenen wurden 2005 entführt Yahoo Nachrichten Samstag 4. Februar 2006 Moskau (AFP) - In der abtrünnigen Kaukasusrepublik Tschetschenien sind im vergangenen Jahr mehr als 300 Menschen entführt worden. Es seien 316 Fälle erfasst worden, davon seien in 23 Fällen die Verschleppten später tot aufgefunden worden, erklärte die Menschenrechtsorganisation Memorial in Moskau. Mehr als 150 der Entführten wurden freigelassen oder freigekauft. Die Zahlen zeigten allerdings nur einen kleinen Ausschnitt der wahren Geschehnisse, da Memorial nur etwa 25 bis 30 Prozent der Republik beobachten könne, erklärte die Organisation. Zu den restlichen Gebieten habe sie keinen Zugang. Zudem berichteten die Betroffenen aus Angst vor Vergeltungsmaßnahmen nur noch sehr zurückhaltend über die Entführungen. Die Opfer würden häufig geschlagen und eingeschüchtert, bevor die Entführer sie wieder freiließen. Nach Angaben von Memorial wurden seit 2002 in Tschetschenien mehr als 1800 Menschen entführt. Davon wurden 180 tot aufgefunden, 919 gelten bis heute als vermisst. Die Menschenrechtsorganisation macht russische Soldaten und tschetschenische Milizen verantwortlich. |
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© G. Braun, Interkulturelles Forum e.V., 2002