Nachrichten aus Tschetschenien

 

Europarat
Neue Friedensinitiative für den Kaukasus geplant
FR 14.09.2004

Straßburg · 13. September · sa · Der Europarat hat an Wladimir Putin appelliert, sich für eine politische Lösung in Tschetschenien einzusetzen. An den russischen Präsidenten, die Konfliktparteien in der Region und die internationale Gemeinschaft gewandt, forderte das Gremium am Montag neue Gespräche - trotz der jüngsten Terroranschläge und der eskalierenden Gewalt. "Europäische Persönlichkeiten und Instanzen, die das Vertrauen beider Seiten genießen", sollten vor Ort sondieren und Friedensverhandlungen auf den Weg bringen, sagte der Tschetschenien-Beauftragte der Parlamentarischen Versammlung des Straßburger Staatenbunds, Andreas Gross. Bis Donnerstag befassen sich Ausschüsse der paneuropäischen Volksvertretung in Paris mit dem Konflikt im Kaukasus.

Sorge um Menschenrechte 

Konkrete Vorschläge für eine Friedensinitiative in Tschetschenien kündigte Gross für die Herbstsession des Europarat-Parlaments Anfang Oktober in Straßburg an. Er hoffe, dass man dann "etwas Licht in das tschetschenische Dunkel bringen" könne. Die Anschläge in jüngerer Zeit, für die tschetschenische Terroristen die Verantwortung übernahmen, hat der Staatenbund scharf verurteilt.

Neue Friedensinitiativen im Kaukasus sind aus Sicht des Europarats auch deshalb dringend notwendig, weil in dieser Region seit dem Frühjahr eine neue Welle von Menschenrechtsverletzungen zu registrieren sei. Gross wies auf die Selbstmordanschläge von Separatisten, die Entführungen Oppositioneller und das Verschwindenlassen oder Foltern von Kritikern und deren Angehörigen hin: "Für die Menschenrechtsverletzungen sind die russischen Sicherheitsbehörden, deren tschetschenische Kollegen und Rebellen verantwortlich."

Dossier: Tschetschenien - der vergessene Krieg





 

 

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