Nachrichten aus Tschetschenien

 

Rebellenchef getötet
Fernsehen zeigt Leiche von Tschetschenen-Führer
Frankfurter Rundschau online vom 10.3.2005

Moskau · 8. März · rtr/gro/dpa

Der russische Inlandsgeheimdienst FSB unterrichtete Präsident Wladimir Putin am Dienstagabend über den Tod Maschadows. Auch die tschetschenische Polizei bestätigte den Tod des 53-Jährigen, dessen mutmaëliche Leiche im Fernsehen zur Schau gestellt wurde. Ein Vertreter Maschadows in London erklärte, russische Soldaten hätten Maschadow durch Zufall bei einer ihrer regelmäßigen Razzien entdeckt.

Maschadow, auf den im Zusammenhang mit Anschlägen ein Kopfgeld in Höhe von zehn Millionen Dollar ausgesetzt war, galt als einer der meistgesuchten Männer Russlands. Putin sagte am Abend: In Tschetschenien müsse "noch viel Arbeit" erledigt werden. "Man muss die Kräfte sammeln, um die Bürger Tschetscheniens und ganz Russlands vor den Banditen zu schützen". Nachdem er erste Informationen über den Tod Maschadows erhalten hatte, stellte Putin den beteiligten Einsatzkräften eine Belohnung in Aussicht. "Wenn sich diese Angaben bestätigen, sollen die Beteiligten für einen Orden vorgeschlagen werden", sagte er.

Die Regierung in Moskau hatte den Rebellenchef ebenso wie dessen Kampfgefährten Schamil Bassajew mit dem Anschlag auf eine Schule im südrussischen Beslan in Verbindung gebracht, bei dem mehr als 330 Menschen getötet wurden. Maschadow hatte indes jede Beteiligung an dem Anschlag bestritten.

Maschadow hatte Russland jüngst Verhandlungen über eine Unabhängigkeit Tschetscheniens angeboten und seine Kämpfer zu einer Waffenruhe aufgefordert. Die Regierung hatte die Offerte jedoch mit der Begründung zurückgewiesen, sie verhandele nicht mit Terroristen. Maschadow hatte die Präsidentenwahl 1997 im damals de facto unabhängigen Tschetschenien gewonnen. Seit dem später erfolgten russischen Einmarsch in die abtrünnige Republik befand sich der Rebellenchef auf der Flucht.

 


 

 

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