Nachrichten aus Tschetschenien

 

Tschetschenien-Konferenz von russischer Absage überschattet
Yahoo Nachrichten 30.10.2004

Stockholm (AP) 
Ein Abgesandter des tschetschenischen Expräsidenten Aslan Maschadow hat eine internationale Verwaltung für die abtrünnige Kaukasus-Republik gefordert. Nur eine Kontrollinstanz wie die UN oder die EU könnte den Krieg beenden, sagte Umar Chambijew am Samstag auf einer Tschetschenien-Konferenz in Stockholm. Aus Protest gegen den Auftritt des Rebellensprechers sagten Vertreter der russischen Botschaft in Schweden ihre Teilnahme ab.

Mit Chambijew, dem früheren Gesundheitsminister, besucht erstmals ein Mitglied von Maschadows Kabinett Schweden. Allerdings war kein Treffen mit Regierungsvertretern geplant. Zu der Konferenz hatte die Schwedische Gesellschaft für Frieden und Vermittlung geladen.

«Wir sind bereit, uns jederzeit an den Verhandlungstisch zu setzen», erklärte Chambijew. «Wir brauchen nur 30 Minuten mit (dem russischen Präsidenten Wladimir) Putin, um den Krieg zu beenden und alle Probleme zu lösen», erklärte der Exminister. Die Tschetschenen könnten alles vergessen und vergeben, was geschehen sei. «Aber wir dürfen unser Land nicht verlieren, darum werden wir immer kämpfen.»

Käme es zu Verhandlungen mit Moskau, würde Maschadow seine Machtansprüche an eine internationale Verwaltung abtreten. Dies könnte bis zu zwanzig Jahre dauern, während derer das Land demokratisiert werden sollte, sagte Chambijew.

In der Vergangenheit hat sich der Kreml stets gegen entsprechende Initiativen ausgesprochen. Moskau beschuldigt Maschadow der Verwicklung in zahlreiche Terroranschläge außerhalb Tschetscheniens. Auch mit dem Geiseldrama von Beslan wurde er in Verbindung gebracht. Maschadow, der 1997 im damals praktisch unabhängigen Tschetschenien zum Präsident gewählt wurde, hat jegliche Beteiligung daran zurückgewiesen.


 

 

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